Wie du aus deiner Angst eine Geschichte schreibst!

Hier probiere ich eine neue Art der Themenfindung aus, die ich neu entdeckt habe und stelle sie euch mit einem Beispiel meiner größten Ängste und Albträumen vor.

 

 

Schwaches Licht durchflutete den Raum, als ich von meinem Laptop aufsah. Der Regen prasselte gegen mein offenes Fenster und hinterließ ein unangenehmes Gefühl in meinem Körper. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter, als der kalte Wind durch mein Gesicht wehte. Ich raffte mich von meinem warmen Sessel auf, legte meinen Laptop zur Seite und lief quer durch mein Zimmer. Als ich das Fenster schloss, betrachtete ich die Umrisse in meinem Garten, die in der Dunkelheit nur schwer zu erkennen waren.

Ich erschrak, als mich plötzlich ein grünes Augenpaar direkt vor meinen Füßen anstarrte. Ich beruhigte mich wieder, als ich das nasse Fell erkannte, dass ihn in der Dunkelheit beinahe unsichtbar machte. Schnell öffnete ich die Tür und ließ den armen Kerl hinein, der sich sofort ins trockene verzog. Ich sah ein weiteres mal nach draußen, bevor ich die Tür wieder schloss, meinen Laptop schnappte und die Treppe nach oben in mein Schlafzimmer lief. Ein seltsames Gefühl machte sich in mir breit und ließ mich schneller laufen. Dort angekommen schloss ich die Tür und stellte meinen Laptop auf meinem Schreibtisch ab, um mich umzuziehen. Anschließend beschloss ich noch einige Minuten zu arbeiten, bevor ich mich schlafen legte. Aus Minuten wurden Stunden und ich bemerkte nicht, wie sich meine Augen schlossen.

Ich schreckte auf. Mein Kopf brummte und mein Nacken schmerzte. Mein Blick war benebelt, weshalb ich angestrengt durch das Zimmer sah. Was hatte mich nur geweckt? Ich sah zu meiner Tür, als ich eine Art schaben bemerkte. Ich klappte meinen Laptop zu und sah auf die kleine Uhr, die direkt vor meiner Nase stand. Kurz nach Mitternacht. Anfangs versuchte ich das schaben an meiner Tür zu ignorieren, da ich dachte, dass es meiner kleiner Kater wäre, doch es blieb bestehen und wurde sogar noch penetranter. Zu meinem entsetzen ertönte ein gequältes ohrenbetäubendes Maunzen, dass mich zusammenfahren ließ. Schnell sprang ich von meinem Stuhl auf und rannte zur Zimmertür, ehe ich sie aufriss und entdeckte, dass niemand vor dieser stand. Das Gejammer war mit einem mal verstummt und ich schien sofort hellwach zu sein.

Wo war mein Kater, war ihm irgendetwas passiert? fragte ich mich selber, doch dieser Moment war zu verrückt, um wirklich passiert zu sein. Ich rief zwar noch ein paar mal nach meinem kleinen Kater, allerdings redete ich mir sofort ein, dass es alles nur eine Einbildung gewesen sein musste. Schnell warf ich die Tür hinter mir zu und setzte mich erneut an meinen Schreibtisch. Plötzlich fuhr ich zusammen, als ein unglaublich lautes kreischen die stille durchbrach. Im Bruchteil einer Sekunde, zersprangen die Glühbirnen der Lampen und ich sank in völlige Dunkelheit.

Ich hatte das Gefühl, als würde mein Trommelfell platzen, doch es war nur ein kurzer Moment, ehe der Schrei durch das laute klopfen an meiner Tür ersetzt wurde. Ich sah in die Richtung, aus der ich das Geräusch hörte, den Tränen nah und zitternd vor Angst, was als nächstes passieren würde. Ich konnte mich nicht bewegen, es war als wäre ich eingefroren oder betäubt. Ein unerträgliches kribbeln machte sich in meiner Magengegend breit. Sekunden vergingen in denen ich meinem eigenen Atem lauschte, der unnatürlich schnell ging. Meine Augen weiteten sich, als ich das quietschen der Tür hörte, was für mich wie ein niemals endender Augenblick war.

Ich hatte das Gefühl, dass mein Herz für einen Moment aussetzen würde, als ich die Gestalt in meiner Tür stehen sah. Eine abgemagerte Frau, die ein ebenfalls abgemagertes Kind in ihren armen hielt. Ein erschreckender Anblick, der mich stocken ließ. Ich hatte keine andere Wahl, als sie anzustarren und in die entgegengesetzte Richtung zu straucheln. Sie sah an mir vorbei, als würde ich gar nicht existieren. Das einzige was mir noch an ihr auffiel, waren ihre großen kugeligen Augen und eine Art Blumenkrone, die ihren Kopf mit ihren strohigen braunen Haaren bestückte. Ich versuchte zu schreien, versuchte um Hilfe zu rufen, doch kein einziger Ton verließ meine Kehle. Sie fühlte sich staubtrocken an. Ich versuchte mich aufzuraffen, wegzurennen, irgendwas, aber ich konnte nichts anderes tun, als diese verstörende Frau zu beobachten, bis sie mich schließlich bemerkte und mich  ebenfalls anstarrte. Dann umgab mich stille und Dunkelheit.
Ich riss meine Augen auf, um zu bemerken, dass ich auf dem Boden lag. Licht fiel durch das Fenster in mein Zimmer. Schnell wandte ich mich zur Schlafzimmertür. Zu meinem Glück, war sie geschlossen und mein kleiner Kater lag zusammengerollt auf meinem Bett. Benommen fasste ich mir an den Kopf und begann zu schmunzeln. Es war nur ein Traum, dachte ich, ehe ich das leise quietschen meiner Schlafzimmertür hörte.

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Diese Art, wie man ein Thema für seine Geschichte finden kann, finde ich äußerst spannend, da ich so etwas noch nie vorher ausprobiert und bisher noch nie davon gehört habe. Es ist eine ganz simple Idee, wenn man in das Thriller oder Horror Genre gehen möchte, da man nicht groß nachdenken muss, was die grobe Idee und Vorstellung betrifft. Natürlich schmückt man das Thema später noch mit vielen anderen Details aus, die einem einfallen und die Geschichte wertiger wirken lassen.

Was mich betrifft, habe ich bei mir selber geschaut und begonnen über meine eigenen Ängste nachzudenken, wo ich auch sehr schnell fündig wurde. Schon seit ich klein war, hatte ich eine extreme Angst vor der Dunkelheit, ohne Grund. Ich traute mich nicht in dunkle Zimmer oder Flure zu gehen, weshalb ich immer nach meiner Mutter geschrien habe, wenn ich Nachts in meinem dunklen Zimmer aufgewacht bin.

Allerdings haben sich auch noch andere Ängste entwickelt, die ich mir jedoch selber zu schulden kommen haben lassen, denn ich habe mir Unmengen an Zeug angeguckt, die bis heute noch immer in meinem Kopf rumschwirren. Wer X-Faktor – Das Unfassbare kennt, weiß bestimmt was ich meine.

Mittlerweile habe ich daraus gelernt und weiß, was mir nicht gut tut. Doch ich kann nicht verhindern, dass mich diese Dinge noch immer verfolgen, weshalb mein Gehirn irgendetwas zusammenwirft und mich das, während ich schlafe, träumen lässt. Dadurch ist auch mein verstörendster Albtraum entstanden, der mich bis heute nicht loslassen will. Und das habe ich versucht, zu meinem Vorteil zu nutzen.

Ich habe mich mal an dieser Geschichte probiert und habe auch einige Dinge überspitzt, wie das laute Schreien oder habe einige Dinge hinzugefügt, wie die Katze und der Blick aus dem Fenster. Ansonsten ist alles in meinem Traum wirklich so passiert und ich weiß auch warum diese Frau da war. Und zwar habe ich mir am Abend zuvor ein Video angeguckt, wo die wirklich talentierte Youtuberin von Glam & Gore ein Makeup von Lana Del Rey vorgestellt und dieses dann sogar in einen Zombie umgewandelt hatte. Daher auch die Blumenkrone. Das Video findet ihr hier.

Es ist zwar schon eine lange Zeit her, aber trotzdem müssen solche Erfahrungen nicht nur negativ sein und ich bin wirklich froh, dass ich eine Verwendung für diese Gedanken gefunden habe. Probiere dich einfach mal daran und bau um deine Idee immer mehr und mehr herum, damit du zum Schluss zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangst.

Mich würde interessieren, was ihr von dieser Art von Themenfindung haltet und ob euch das beim schreiben eurer Geschichte weitergeholfen hat?

 

 

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